Die Drawdown-Regeln legen fest, wie tief dein Konto fallen darf, bevor es geschlossen wird. Beim statischen Drawdown bleibt diese Untergrenze fest, beim nachlaufenden (trailing) Drawdown wandert sie mit deinen Gewinnen nach oben, beim End-of-Day-Drawdown nur einmal am Tag, und der relative Drawdown misst sie als Prozentsatz deines Höchststands. Das Tagesverlustlimit ist eine zweite Untergrenze, die sich jeden Tag zurücksetzt. Wie es berechnet wird, zählt genauso viel wie seine Höhe.
Zwei Limits auf jedem Konto
Fast jedes Prop-Konto hat zwei Verlustgrenzen: einen maximalen Verlust für die gesamte Laufzeit und ein Tagesverlustlimit, das sich täglich zurücksetzt. Berührst du eine davon, wird das Konto geschlossen.
- Maximaler Verlust: meist 8–10 %, wenn er statisch ist, und oft weniger, etwa 4–8 %, wenn er nachläuft.
- Tagesverlust: meist 4–5 %, bei vielen 1-Step- und Instant-Programmen rund 3 %.
Beide Limits werden in der Regel in Echtzeit an der Equity gemessen. Offene Verluste zählen also schon, bevor du den Trade schließt. Kommissionen und Swaps zählen ebenfalls.
Die Drawdown-Arten im Vergleich
Die Drawdown-Art entscheidet, ob deine Untergrenze am Start stehen bleibt oder deinen Gewinnen folgt. Erst die Übersicht, danach die Rechenbeispiele:
| Art | Bewegt sich die Untergrenze? | Wann? | Hört sie irgendwann auf? |
|---|---|---|---|
| Statisch | Nein | Nie | Nicht nötig |
| Trailing | Nur nach oben | Bei jedem neuen Hoch von Kontostand oder Equity | Friert oft beim Startkapital ein |
| End-of-Day-Trailing | Nur nach oben | Einmal täglich zum Tagesschluss | Friert oft beim Startkapital ein |
| Relativ | Nur nach oben | Mit jedem neuen Hoch, als % vom Höchststand | Meist nicht |
Alle Beispiele unten rechnen mit einem Konto über 100.000 $.
Statischer Drawdown
Der statische Drawdown setzt eine feste Untergrenze auf Basis deines Startkapitals, die sich nie bewegt. Bei 10 % maximalem Verlust liegt sie vom ersten bis zum letzten Trade bei 90.000 $.
| Schritt | Equity | Untergrenze | Verbleibender Spielraum |
|---|---|---|---|
| Start | 100.000 $ | 90.000 $ | 10.000 $ |
| Nach einer guten Woche | 106.000 $ | 90.000 $ | 16.000 $ |
| Nach einer Verlustserie | 97.000 $ | 90.000 $ | 7.000 $ |
Jeder Gewinn vergrößert deinen Spielraum. Damit ist der statische Drawdown die nachsichtigste Variante, und er ist der Standard bei 2-Step-Challenges.
Trailing Drawdown
Beim Trailing Drawdown wandert die Untergrenze mit deinem höchsten Kontostand oder deiner höchsten Equity nach oben, immer im selben Dollar-Abstand darunter, bis sie meist beim Startkapital einfriert. Hier ein Trailing-Limit von 6 % (6.000 $) auf Basis der Equity:
| Schritt | Equity | Höchste Equity | Untergrenze | Verbleibender Spielraum |
|---|---|---|---|---|
| Start | 100.000 $ | 100.000 $ | 94.000 $ | 6.000 $ |
| Offener Trade erreicht +3.500 $ | 103.500 $ | 103.500 $ | 97.500 $ | 6.000 $ |
| Trade wird mit +1.000 $ geschlossen | 101.000 $ | 103.500 $ | 97.500 $ | 3.500 $ |
| Konto erreicht 106.000 $ | 106.000 $ | 106.000 $ | 100.000 $ (eingefroren) | 6.000 $ |
| Konto fällt auf 102.000 $ | 102.000 $ | 106.000 $ | 100.000 $ | 2.000 $ |
Die dritte Zeile ist die Falle. Du hast den Trade mit 1.000 $ Gewinn geschlossen. Weil die Equity vorher aber 103.500 $ erreicht hatte, ist die Untergrenze um 3.500 $ gestiegen, und du hast 2.500 $ Spielraum endgültig verloren. Beim Trailing Drawdown kostet dich jeder offene Gewinn, den du wieder abgibst, Spielraum.
Manche Firmen lassen die Grenze am geschlossenen Kontostand statt an der Equity nachlaufen. Dann zählen die Spitzen offener Trades nicht. Welche Variante gilt, sollte auf der Regelseite stehen.
End-of-Day-Trailing-Drawdown
Beim End-of-Day-Drawdown (EOD) bewegt sich die Untergrenze einmal am Tag, auf Basis deines Schlusskontostands oder deiner Schluss-Equity. Spitzen im Tagesverlauf heben sie also nicht an. Durchgesetzt wird die Grenze trotzdem in Echtzeit: Fällt die Equity während des Tages darunter, wird das Konto geschlossen.
Gleiches Limit von 6 %, gleicher Trade wie oben:
| Schritt | Equity | Untergrenze |
|---|---|---|
| Beginn von Tag 1 | 100.000 $ | 94.000 $ |
| Offener Trade erreicht +3.500 $ | 103.500 $ | 94.000 $ (keine Änderung im Tagesverlauf) |
| Tag 1 schließt bei 101.000 $ | 101.000 $ | 95.000 $ (zum Tagesschluss gesetzt) |
| Tag 2: Equity fällt auf 96.000 $ | 96.000 $ | 95.000 $, Konto bleibt offen |
Im Intraday-Beispiel oben hätte derselbe Rückgang auf 96.000 $ das Konto beendet, weil die Untergrenze dort schon bei 97.500 $ lag. EOD-Trailing ist bei Futures-Firmen und in manchen 1-Step-Programmen verbreitet. Es passt zu Daytradern, die ihre Positionen vor Sitzungsende schließen.
Relativer Drawdown
Der relative Drawdown wird als Prozentsatz deines höchsten Kontostands oder deiner höchsten Equity gemessen. Die Untergrenze steigt also mit dem Konto, und dein Puffer in Dollar wächst mit. Die Firmen verwenden den Begriff unterschiedlich, manche meinen damit einen ganz normalen Trailing Drawdown. Lies deshalb die Definition und die Beispiele der jeweiligen Firma.
Drei Limits von 10 % im Vergleich, nachdem das Konto bei 110.000 $ seinen Höchststand erreicht hat:
| Art (10 %) | Untergrenze am Start | Untergrenze nach Hoch bei 110.000 $ | Spielraum bei 110.000 $ |
|---|---|---|---|
| Statisch | 90.000 $ | 90.000 $ | 20.000 $ |
| Trailing, fest 10.000 $, friert beim Start ein | 90.000 $ | 100.000 $ | 10.000 $ |
| Relativ, 10 % vom Höchststand | 90.000 $ | 99.000 $ | 11.000 $ |
Der relative Drawdown gibt dir mit wachsendem Konto mehr Dollar Spielraum. Anders als die meisten Trailing-Limits friert er aber in der Regel nicht ein.
Tagesverlustlimit: Kontostand oder Equity?
Das Tagesverlustlimit startet von einem Referenzwert, der beim täglichen Reset festgelegt wird: entweder dein Kontostand oder der höhere Wert aus Kontostand und Equity. Diese Wahl wird wichtig, wenn du Trades über Nacht hältst. Hier ein Tageslimit von 5 % (5.000 $), wenn du einen offenen Trade über den Reset trägst:
- Geschlossener Kontostand beim Reset: 100.000 $
- Offener Trade beim Reset: +3.000 $, die Equity liegt also bei 103.000 $
| Methode | Referenzwert des Tages | Tagesuntergrenze | Trade fällt später auf −2.000 $ (Equity 98.000 $) |
|---|---|---|---|
| Nach Kontostand | 100.000 $ | 95.000 $ | Sicher, 3.000 $ über der Grenze |
| Nach Equity (höherer Wert aus Kontostand und Equity) | 103.000 $ | 98.000 $ | Verstoß |
Bei der Equity-Methode werden die 3.000 $ offener Gewinn, die du in den Tag mitgenommen hast, Teil dessen, was du verlieren darfst. Ein Trade, der nie tiefer als −2.000 $ stand, beendet das Konto.
Drei weitere Details entscheiden über dein echtes Limit:
- Was zählt: fast immer geschlossene Ergebnisse plus offener Gewinn und Verlust, Kommissionen und Swaps. Einige wenige Firmen zählen nur geschlossene Trades.
- Die Bezugsgröße: Viele Firmen nehmen den Prozentsatz von der ursprünglichen Kontogröße (5.000 $ bei 100.000 $). Andere rechnen mit dem Kontostand oder der Equity zu Tagesbeginn, sodass das Limit in Dollar mit dem Konto wächst oder schrumpft.
- Reset-Zeitpunkt: oft Mitternacht Serverzeit, was mitteleuropäische Zeit sein kann, oder 17 Uhr New Yorker Zeit. Kenne die genaue Uhrzeit bei deiner Firma.
Wie die Drawdown-Art dein Trading verändert
Der statische Drawdown belohnt es, früh einen Puffer aufzubauen. Trailing- und End-of-Day-Drawdown bestrafen es, offenen Gewinn wieder abzugeben. Sie sprechen also für frühere Gewinnmitnahmen und enges Trade-Management.
- Statisch: Riskiere anfangs wenig. Liegst du im Plus, hast du mehr Spielraum, musst ihn aber nicht nutzen.
- Trailing: Nimm Teilgewinne mit, zieh den Stop früher auf Break-even und lass große Gewinner nicht zu kleinen werden.
- End-of-Day-Trailing: Schließe oder verkleinere Positionen vor dem Tagesschluss, wenn ein großer offener Gewinn die Untergrenze anheben würde.
- Tagesverlust nach Equity: Trag keinen großen offenen Gewinn in einen neuen Tag, oder betrachte ihn als bereits riskiert.
Einen kompletten Plan zur Positionsgröße auf Basis dieser Limits findest du im Ratgeber Prop Firm Challenge bestehen. Programme nach Drawdown-Art filterst du auf der Challenge-Seite, oder du stellst Firmen im Vergleich nebeneinander. Jedes dieser Limits beendet das Konto bei der ersten Berührung, und die Gebühr ist weg. Challenges sind kostenpflichtige Produkte, und die meisten Trader bestehen sie nicht.
FAQ
Welche Drawdown-Art ist für Anfänger am besten?
Der statische Drawdown, weil sich die Untergrenze nie bewegt und jeder Gewinn Spielraum dazugibt. Die meisten 2-Step-Challenges nutzen ihn. Unsere Liste der Prop Firms für Anfänger bevorzugt Programme mit statischem Drawdown.
Hört der Trailing Drawdown irgendwann auf nachzulaufen?
Bei vielen Firmen ja. Die Untergrenze friert meist beim Startkapital ein, sobald du um den Drawdown-Betrag im Plus bist, zum Beispiel nach +6 % auf einem Konto mit 6 % Trailing. Der relative Drawdown friert in der Regel nicht ein.
Zählen offene Verluste zum Tagesverlustlimit?
Bei fast allen Firmen ja. Das Limit wird in Echtzeit an der Equity geprüft, ein offener Trade kann es also verletzen, bevor du ihn schließt. Einige wenige Firmen zählen nur geschlossene Trades, und das steht dann in ihren Regeln.
Wann wird das Tagesverlustlimit zurückgesetzt?
Einmal am Tag zu einer festen Uhrzeit, die die Firma bestimmt, oft Mitternacht Serverzeit oder 17 Uhr New Yorker Zeit. Prüfe die genaue Uhrzeit in den Regeln deiner Firma, denn ein Verlust kurz vor dem Reset zählt noch zum alten Tag.
Ist ein Trailing Drawdown von 6 % schlechter als ein statischer von 10 %?
Meistens ja. Ein Trailing-Limit von 6 % gibt dir am Start weniger Spielraum und nimmt dir Spielraum weg, wenn du offenen Gewinn wieder abgibst. Bei einem statischen Limit von 10 % wächst dein Spielraum dagegen nur mit deinen Gewinnen. Für Trader, die offenen Gewinn selten in einen Verlust kippen lassen, kann ein Trailing-Limit trotzdem funktionieren. Deshalb setzen manche 1-Step-Programme darauf.